Bodenrichtwerte 2026 und Grundstücksmarktdaten für die Region Hannover
Immobilienmarktentwicklung für die Wedemark, Isernhagen, Langenhagen und Burgwedel
Die Bodenrichtwerte und auch die Immobilienpreise in der Region Hannover verändern sich seit einigen Jahren teilweise deutlich. Als Immobilienmaklerin und Sachverständige mit regionalem Schwerpunkt auf die nördliche Region Hannover mit der Wedemark, Burgwedel, Isernhagen und Langenhagen analysiert Silke Hanebuth regelmäßig die Marktdaten der Gutachterausschüsse.
In diesem Fachbeitrag werfen wir einen Blick auf die Bodenrichtwerte 2026 und die aktuelle Entwicklung der Grundstückspreise in der Region Hannover.
Analyse der Bodenrichtwerte 2026 für die Region Hannover
Wie wirken sich die in 2026 geänderten Bodenrichtwerte und die Grundstücksmarktdaten auf die Preise in unserer Region aus? Wie haben sich die Werte für Grundstücke und Immobilien verändert? Steigen oder sinken die Preise oder bleiben sie gleich zum Vorjahr?
Auskunft darüber geben die Gutachterausschüsse für Grundstückswerte in Niedersachsen. Die Gutachterausschüsse sind eine unabhängige Instanz, welche die Immobilienmarktdaten analysiert und auswertet. Dies geschieht unter anderem durch die Auswertung der notariell beurkundeten Kaufverträge. Denn von jedem beurkundeten Kaufvertrag erhalten die Gutachterausschüsse eine Ausfertigung, eben um solche Auswertungen durchführen zu können. Auch kommt es stichprobenartig zu Abfragen bei Eigentümern und Käufern von z.B. Baugrundstücken, Einfamilienhäusern oder Eigentumswohnungen, um die Auswertungen präziser anfertigen zu können. Das macht die Daten valide und entspricht der tatsächlichen Marktentwicklung.
Wo erhält man verifizierte Immobilienmarktdaten?
Dies kann nicht durch einen Blick in die gängigen Immobilienportale als Verkaufsplattformen ersetzt werden, um schlicht Angebotspreise zu vergleichen. Denn, ob die inserierten Preise wirklich dem Markt entsprechen, und wie die Immobilien schlussendlich tatsächlich verkauft und mit welchem Preis beurkundet werden, kann doch sehr unterschiedlich sein. Verlässlich sind also nur die von den Gutachterausschüssen ermittelten Marktdaten.
Wichtig zu wissen ist jedoch auch, dass die Grundstücksmarktdaten immer einen Blick in die Vergangenheit darstellen. Denn aktuelle politische und wirtschaftliche Themen können den Markt – auch kurzfristig – verändern, was sich dann noch nicht in den von den Vorjahren ermittelten Zahlen widerspiegelt.
Was hat Auswirkungen auf die Grundstückspreise in der Region Hannover? Wie ist die aktuelle Entwicklung bei den Immobilienpreisen?
Nachdem es ca. 10 Jahre in Folge mit den Bodenrichtwerten recht steil bergauf ging, kam es Anfang des Jahres 2023 erstmals seit langem zu Korrekturen der Zahlen der Gutachterausschüsse. Teilweise stagnierten die Bodenrichtwerte, teilweise sind sie auch gefallen. Die Gründe dafür gingen bereits auf das Jahr 2021 zurück. Mit dem Ausbruch des Ukrainekrieges, der folgenden Energieknappheit, dem Zinsanstieg und dem zu der Zeit neuen Heizungsgesetztes kam es zu Markteinbrüchen, welche sich dann erstmals in den Grundstücksmarktberichten des Jahres 2023 deutlich gezeigt haben.
Also ist nun die entscheidende Frage, wie sich der Markt im letzten Jahr entwickelt hat, wie sich also zum einen die Bodenrichtwerte und zum anderen die Grundstücksmarktdaten im Allgemeinen entwickeln haben. Grundsätzlich ist zu sagen, dass es eine Seitwärtsbewegung und eine leichte Erholung am Immobilienmarkt gab.
Wie entwickeln sich die Bodenrichtwerte in 2026 in der Wedemark?
Auch in der Wedemark gab es in den letzten Jahren eine Stagnation und teilweise einen Rückgang bei den Bodenrichtwerten. Gleichzeitig gab es Ortsteile, die einen Zuwachs zu verzeichnen hatten. Mellendorf und Bissendorf waren jahrelang Spitzenreiter bei den Bodenwerten. So lagen diese beiden Orte Anfang des Jahres 2023 noch gleichauf mit 350,- EUR pro Quadratmeter. Das Folgejahr hielten sie diesen Wert. Zu einer Korrektur des Bodenwertes nach unten kam es erstmal Anfang des Jahres 2025. Mellendorf liegt seitdem bei 330,- EUR pro Quadratmeter, Bissendorf bei 340,- EUR pro Quadratmeter. Dass die Werte dennoch die höchsten in der Wedemark bleiben, zeigt, dass Grundstücke in Mellendorf und Bissendorf besonders gefragt bleiben, da hier eine gute Infrastruktur und Bahnanschlüsse vorhanden sind. Brelingen stieg im Jahr 2025 tatsächlich entgegen dem Trend um 10,- EUR auf 270,- EUR, liegt aber gemäß der neuen Daten nun erneut bei 260,- EUR. Hellendorf liegt seit 2023 unverändert bei 270,- EUR. In Elze stiegen 2025 die Werte auf 270,- EUR, was sich in 2026 nun gehalten hat. Zu den Gewinnern 2026 zählt unter anderem Berkhof. Hier stiegen dieses Jahr die Bodenrichtwerte von 145,- EUR auf 155,- EUR. Auch Meitze hat leicht gewonnen und steigt von 170,- EUR auf 175,- EUR. Die Entwicklung der Bodenrichtwerte ist hier beim Gutachterausschuss einsehbar.
Wie stark unterscheiden sich die Grundstückspreise in Isernhagen?
Isernhagen unterteilt sich in die verschiedenen Ortsteile Isernhagen H.B., Isernhagen K.B., Isernhagen N.B., Isernhagen F.B., Isernhagen Süd und auch Altwarmbüchen, Neuwarmbüchen und Kirchhorst. Im Gegensatz zur Wedemark, wo es je Ortsteil im Prinzip nur einen pauschalen Bodenrichtwert gibt, gestaltet sich das in Isernhagen anders. Es gibt also nicht nur einen Bodenwert für z.B. Isernhagen HB. Festzustellen ist, dass die Grundstücke an der Hauptstraße Burgwedeler Straße doch recht deutlich unter den Bodenrichtwerten von ruhigeren Bereichen liegen. So unterscheiden sich die Bodenrichtwerte in Isernhagen H.B. in einer Spanne von 300,- EUR bis hin zu 470,- EUR.
Ähnlich verhält es sich in Isernhagen K.B., wo es entlang der Ortsdurchfahrt Am Ortfelde und der Dorfstraße bei rund 300,- EUR liegt und es sich in den zurückliegenden Bereichen zwischen 430,- EUR 440,- EUR bewegt. Daher lohnt sich in den Isernhägener Stadtteilen ein genauer Blick und die direkte Anschriftenprüfung.
Ein Fakt betrifft nahezu alle Stadtteile von Isernhagen: Nach dem steten Preisanstieg war 2023 der Höchststand. 2024 sind dort die Bodenwerte deutlich gefallen, teilweise um fast 100,- EUR den Quadratmeter, und erholen sich nur langsam.
Spitzenreiter und bisher ohne Einbußen bleibt Isernhagen Süd. Mit 850,- EUR den Quadratmeter verzeichnet es den höchsten Bodenrichtwert für ganz Isernhagen.
Wie hoch sind die Bodenrichtwerte in Langenhagen in 2026?
Auch in Langenhagen gibt es innerhalb des Stadtgebietes ganz unterschiedliche Bodenrichtwerte, so dass sich auch hier ein genauer Blick lohnt. Liegen wir rund um das City Center Langenhagen bei 490,- EUR, sind es einen Straßenzug weiter nur noch 310,- EUR pro Quadratmeter. Daher lohnt sich auch hier die Adresseingabe beim Gutachterausschuss.
Auch in Langenhagen gibt es das Phänomen, dass die Bodenwerte im Jahr 2023 auf dem bisherigen Höchststand waren und dann in 2024 teilweise um bis zu 100,- EUR pro Quadratmeter gefallen sind, sich aber nun wieder langsam erholen.
Wie haben sich die Bodenwerte für Burgwedel in 2026 entwickelt?
Zu Burgwedel gehören neben der Stadt Großburgwedel auch die Ortschaften Engensen, Fuhrberg, Kleinburgwedel, Oldhorst, Thönse und Wettmer. In Großburgwedel liegen die aktuellen Bodenrichtwerte je nach genauer Lage bei 440,- EUR bis 470,- EUR, und haben einen leichten Fall zum Vorjahr zu verzeichnen. Kleinburgwedel ist hingegen ein kleiner Gewinner und liegt nun 220,- EUR, gleichauf mit Thönse. In Wettmar sind die Bodenwerte in den letzten Jahren stabil bei 320,- EUR. Dennoch sollte auch hier der aktuelle Bodenrichtwert immer genau geprüft werden.
Was genau sagen Bodenrichtwerte über die erzielbaren Kaufpreise aus?
Die hier genannten Bodenrichtwerte beziehen sich auf bereits erschlossene Wohnbauflächen für die Bebauung mit Ein- bis Zweifamilienhäusern. Bodenwerte für die Bebauung mit Mehrfamilienhäusern können abweichen. Mit was genau ein Grundstück bebaubar ist, ist also zu berücksichtigen. In den Bodenrichtwerten sind die vorhandenen Immobilien nicht berücksichtigt. Es geht also nur um die reinen Grund- und Bodenwerte.
Für Gewerbeflächen oder auch landwirtschaftlich genutzte Flächen gelten andere Bodenrichtwerte. Diese können bei den Gutachterausschüssen ebenso abgefragt werden.
Wichtig zu wissen ist auch, dass die genannten Bodenrichtwerte immer für die Größe des sogenannten Richtwertgrundstücks gelten. In der Wedemark liegt das sogenannte Richtwertgrundstück bei 750qm, in einigen Teilen von z.B. Bissendorf-Wietze bei 1.000qm. Es hängt also immer von der Grundstücksgröße ab, wie der tatsächliche Bodenwert ist. Ist ein Grundstück größer als das Richtwertgrundstück, ist der Quadratmeterpreis unter dem Bodenrichtwert. Ist ein Grundstück kleiner als das Richtwertgrundstück, ist der Quadratmeterpreis höher. Wie es sich genau berechnen lässt, dabei kann der Gutachterausschuss oder auch ein guter Immobilienmakler oder Sachverständiger behilflich sein.
Ob sich die Bodenrichtwerte immer auch wirklich als Preis am Markt erzielen lassen, hängt zudem von verschiedenen Faktoren ab. Wenn es beispielsweise in einem Ort oder einer Stadt nur einen offiziellen einheitlichen Wert gibt, kann ein Grundstück am Feldrand oder in einem alten Ortskern dennoch wertiger sein als ein Grundstück an einer Hauptstraße. Aus unserer Erfahrung im Verkauf von Grundstücken in der Region Hannover zeigt sich, dass sich die tatsächlichen Verkaufspreise grundsätzlich häufig im Bereich der Bodenrichtwerte bewegen, jedoch je nach Lage und Grundstücksgröße deutlich abweichen können, so dass sich einen genaue Prüfung auf jeden Fall lohnt.
Und wie entwickeln sich die Werte und Preise von Bestandsimmobilien?
Ist ein Grundstück bereits bebaut, muss neben dem reinen Bodenwert auch der Gesamtwert mit der Bebauung errechnet werden. Dies erfolgt ordnungsgemäß nach der ImmobilienWertermittlungsVerordnung, der ImmoWertV. Je nachdem, welches der Wertermittlungsverfahren greift, kommen hier verschiedene Faktoren und Quellen hinzu, z.B. Baukosten, Baupreisindizes, Art der Bebauung, Erträge, Wertsteigerungen und Wertminderungen u.v.m. Auch hierfür sind neben weiteren Quellen die Grundstücksmarktdaten der Gutachterausschüsse eine wichtige Informationsbasis, die berücksichtigt werden muss, um eine sach- und fachgerechte Wertermittlung zu erstellen. Denn anhand dieser lässt sich auch der optimale Verkaufspreis für Immobilien festlegen. Hier erfahren Sie mehr zu dem Thema Immobilienwertermittlung für die Wedemark, Isernhagen, Langenhagen und Burgwedel.
Unser Fazit zu den Bodenrichtwerten und der Immobilienpreisentwicklung?
Insgesamt zeigt sich, dass sich der Immobilienmarkt nach den deutlichen Korrekturen der Jahre 2023 und 2024 langsam stabilisiert. In vielen Orten der Wedemark, in Burgwedel, Isernhagen und Langenhagen bewegen sich die Bodenrichtwerte aktuell seitwärts oder zeigen erste leichte Erholungen. Für Eigentümer und Kaufinteressenten bleibt jedoch entscheidend, dass Bodenrichtwerte als Richtwerte tatsächlich nur eine Orientierung darstellen und der tatsächlich erzielbare Marktwert stark von Lage, Grundstücksgröße und Bebauungsmöglichkeiten abhängt. Auch spielen Faktoren wie die aktuelle wirtschaftliche und die politische Lage und Entwicklung sowie die Entwicklungen am Markt und die Zinsentwicklungen eine große Rolle, was bei einer fachlichen Einschätzung berücksichtigt werden sollte.
Autor: Silke Hanebuth
Über den Autor:
Silke Hanebuth, Geschäftsführerin der Silke Hanebuth Immobiliengesellschaft mbH
Seit mehr als 10 Jahren spezialisiert auf die Bewertung und den Verkauf von Wohnimmobilien und Baugrundstücken in der Wedemark, Burgwedel, Isernhagen, Langenhagen und der nördlichen Region Hannover.
Das Unternehmen analysiert regelmäßig die Grundstücksmarktdaten der Gutachterausschüsse und berät Eigentümer bei der Wertermittlung und Vermarktung ihrer Immobilien.
Externe Quellen:
Grundstücksmarktdaten sowie Bodenrichtwertauskunft der Gutachterausschüsse in Niedersachsen
Silke Hanebuth Immobilien – Wir vermitteln Werte.
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